Eltern-Sein

... was dein Baby wirklich will ...

Perfektion | Free Your Body

"Sie werden sehen, Sie werden eine magische Verbindung zu ihrem Baby aufbauen!"

So stand es nicht nur in einem, sondern in ALLEN Eltern - Ratgebern, die ich gelesen habe. Also war etwas falsch an mir. Ich war falsch. Ich war keine "RICHTIGE" Mama. Oder eine Zombie Mama. Denn mein Baby und ich hatten keine magische Verbindung.

Ich habe nicht gewusst, ob mein Kind Hunger hat, nur einsam ist oder gerade von Blähungen gequält wird. Analytisch und kopfig, wie ich veranlagt war, ging ich nach dem Ausschluss -Prinzip vor. Gegessen hat er, Windel ist gewechselt, dann müssen es Blähungen oder Zahnen sein.

Konnte, musste aber nicht. Ich war verzweifelt, hilflos, am Ende meines Wissens.


Aus heutiger Sicht und Lebenserfahrung wundert mich gar nichts. Ich war nur Kopf - kein Körper, keine Intuition - reiner Verstand. Ich war quasi eine körperlose Existenz, die jegliche Verbindung zu anderen körperlichen Existenzen verloren hatte. Ich war noch immer angetrieben von dem Wunsch etwas zu tun, um ein Problem zu lösen. In dem Fall das Weinen meines Kindes zu unterbinden. Ich wollte doch eine gute Mama sein. Nicht so eine rabige, miese, sondern eine tolle, liebevolle, einfühlsame, die alles richtig macht.

Ich wollte mein Baby lieben, eine innige Verbindung haben.


Eine gute Mama liebt ihr Baby - immer!

Echt immer????!?!? Selbst nach unzähligen schlaflosen Nächten, Milchstau und einem Leben zwischen Kotze und Kacke, begleitet von einem a-rhythmischen Gequängel des kleinen Wonneproppens? Natürlich gab es Stunden, in denen ich mein Baby liebte, vor allem wenn er selig schlief. Aber nach mehreren schlaflosen Nächten und einem 5 stündigen Heulkonzert lagen die Nerven blank. Nichts was ich tat, half, um die Situation zu verändern. Ich war hilflos und verzweifelt und ich wollte nur eins: das es endlich aufhört. Am liebsten hätte ich ihn an die Wand geklatscht, um dann endlich 1 Woche durchzuschlafen.

In Momenten wie diesen hasste ich mein Kind und hasste es Mutter zu sein. Aus vollem ganzen Herzen (verzeih mir Engelchen, aber es war wirklich so!). Ich kämpfte 2 Kämpfe: der erste Kampf war der gegen die Realität: Ich wollte nicht in einer Situation sein, in der mein Kind schreit. Die Realität war aber so. Der zweite Kampf war der mit meinem Selbstbild als Mama. Ich hatte gar nichts mit der liebevollen, einfühlsamen Mama gemein, die ich so gerne gewesen wäre. Die immer wußte, was ihr Kind braucht. Ich war das Mama-Monster, viel schlimmer als alle anderen Mamas. Der Darth Veda unter den Mamas.


Hätte ich damals nur gewusst, was ich heute weiß...

Hätte, hätte, Fahrradkette! Was solls es ist vorbei. Mein Sohn hat es überlebt. Welche Schrammen ich dem kleinen Kerl in sein Holz gekerbt habe, werden Therapeuten in der Zukunft herausfinden. Aber an alle Mamas und Papas da draußen: Es gibt Hoffnung - ich schwöre es! Es geht auch anders.

Das Zaubermittel ist nämlich:

Annehmen und präsent sein.


Was wollen Babys wirklich?

Babys wollen versorgt werden - klaro. Sie können ja schlecht zum nächsten Einkaufsladen und sich selber die Milch checken.

Babys wollen gepflegt werden - sie wollen einen sauberen Popo haben und unter gesunden Verhältnissen leben.

Aber vor allem wollen Babys eins: Eltern, die präsent sind und sie wahrnehmen.

Was sie wirklich, wirklich hassen, sind Eltern, die zwar da sind, aber nur physisch. Eltern die gedanklich während sie mit dem Kind sind, Probleme im Büro wälzen, lieber wo anders wären z.B. in der Zeit vor dem Kind, in der Arbeit oder bei den Freundinnen. Oder Eltern, die dagegen ankämpfen, dass die Realität eben jetzt gerade so ist wie sie ist: eventuell mit einem schreienden Kind. Diese Eltern werden von ihren Kindern ins Hier und Jetzt zurückgerufen. Mit der einzigen Waffe, die diese Babys besitzen: Ihr Schreiorgan.

Und Gott sei Dank tun sie es! Kinder, die das nicht mehr tun, haben aufgegeben. Sie haben ihre Selbstwirksamkeit verloren.


Babys holen uns ins Hier und Jetzt

Die Fähigkeit präsent zu sein, im Hier und Jetzt zu sein, haben viele Menschen verloren. Wir sind zu sehr im Verstand gefordert. Sowohl die Schule als auch die Arbeitswelt setzt auf die Kraft des Intellektes und auf die Fähigkeit des Verstandes vorauszuplanen und Vergangenes ins Kalkül zu ziehen. Die Bedeutung von Instinkt, Gefühl und Körperlichkeit werden weniger abgefragt und verkümmern. Der Verstand ist flexibel, kann Zeitreisen und Raumreisen machen, er muss nicht im Hier und Jetzt sein.

Babys leben im Hier und Jetzt. Eltern die das nicht tun, stellen eine Verunsicherung für sie da. Deshalb versuchen sie uns auch ins Hier und Jetzt zu holen. Sind wir das, können sie sich entspannen. Indem wir also präsent sind, geben wir ihnen den Raum, den sie brauchen, um sich sicher zu fühlen.

Fühlen sie sich sicher, sind sie entspannt. Sind wir in Gedanken auf Spazierfahrt, bekommen sie es mit der Angst zu tun, sie sind bedroht, ihr Überleben ist bedroht.

Schreien sie oder haben sonst ein Problem, ist es wichtig die Ruhe zu bewahren und nicht geistig abzuhauen. Zuerst geht es darum wahrzunehmen, was gerade ist. Mein Baby schreit, ich atme tief durch und unterstütze mein Kind in einer ruhigen Haltung. Das ist eine Win-Win Situation für den Elternteil und für das Kind. Nervt mich das Geschrei und ich will einfach nur meinen Frieden, was verständlich ist, dann wird das Kind meine Gereizheit spüren...und wie reagiert ein Kind auf eine gereizte Stimmung?

Es ist eine Challenge ständig im Hier und Jetzt zu sein, vor allem, wenn man es nicht gewohnt ist. Doch wann sich darauf einlassen, wenn nicht jetzt?


Die Challenge annehmen

Das beste was also zu tun ist, ist die Challenge anzunehmen. Die Zeit mit einem Kind ist langsamer. Sie dreht sich eben "nur" um die einfachsten körperlichen Funktionen: Essen, ausscheiden und schlafen. Hier gibt es kaum intellektuelle Herausforderungen. Es sei denn man macht die Wahl der Windel zu einer.

Dagegen anzukämpfen und sich etwas anderes zu wünschen, ist nur anstrengend und zermürbt.


Die häufigsten Fehler, die Eltern machen, sind folgende:

#1: Ein falsches Selbstbild als Mutter/Vater haben

Sie glauben besonders fürsorglich sein zu müssen, oder streng. Dein Kind will dich aber so wie du bist, nur eben präsent. Also pfeif auf das, was man tun sollte und spür rein, was du tun willst. Willst du dein Kind in einem anderen Zimmer durchschreien lassen, bis es sich endlich daran gewöhnt hat alleine zu schlafen, oder magst du es in den Schlaf kuscheln? Oder magst du mit ihm spazieren gehen? Du bist wie du bist. Mehr ist nicht und mehr braucht es nicht. Das Einzige was das Baby braucht, bist du - im Hier und Jetzt. Fertig - voll einfach.

#2: Bestimmte Erwartungen haben

Egal welche Erwartungen du hast: an dein Baby, an die Zeit mit deinem Baby, an dich als Mama/Papa, an deinen Partner und seine/ihre Funktion - wirf sie alle über Bord. Reine Zeitverschwendung! Nimm jede Minute so an, wie sie ist. Lass dich überraschen,...von deinem Baby, deinem Partner, dir selber....

#3 Gegen die Realität ankämpfen

Was auch immer gerade ist, es ist so. Machst du die dritte Nacht durch? Ist so. Sollte dein Baby nicht schon längst pennen, nein sonst würde es ja pennen. Lass dich drauf ein, atme tief durch und entspann dich. Babys lernen von den Eltern....


5 Tipps für einen gelassenen Umgang mit dem Baby

#1 Bist du relaxt, dann ist es auch dein Kind

Es wird dich aber testen, kannst du auch dann relaxt bleiben, wenn es durchschreit? Anstatt jetzt etwas ändern zu wollen, nimm als Erstes an, dass es schreit. Atme tief durch, bleib bei dir. Oft wars das und wenn nicht, kannst du nun aus einem Zustand der Gelassenheit heraus agieren.

#2 Spüre deine Hilflosigkeit und nimm sie an

Dein Baby wird dich in Situationen bringen, in denen du einfach hilflos bist und nimmer weiter weißt. Verzweifeln oder dich geistig ins Träumeland zu verabschieden, wird die Situation nicht verbessern. Genauso wenig, wie dein Kind, deinen Partner oder dich selbst zu verfluchen, weil es dich in diese auswegslose Lage gebracht hat. Also: mach einen tiefen Atemzug und nimm deine Hilflosigkeit an. Gib ihr Raum und komm damit zur Ruhe. Aus diesem Zustand der Ruhe, kannst du wieder schauen, ob nicht doch etwas getan werden kann oder eben nicht.

#3 Gib dich dem Leben hin

Dein Leben dreht sich mit Baby nicht um intellektuelle Themen. Jetzt ist Zeit für die Basics und darum im Fluss des Lebens einzutauchen.

Das mag anfangs vielleicht nicht so spannend erscheinen, aber hast du dich mal an das neue Tempo gewöhnt, dann wirst du belohnt werden.

# 4 Verabschiede dich von sämtlichen Erwartungen

Nimm das Leben wie es kommt. Gibt es keine klassische Paarzeit, warte auf den Moment, wo sich plötzlich etwas ergibt und du über deinen Partner herfallen kannst ;-).

Schlaft dein Baby nicht wie erwartet, dann lass die Erwartungen über einen baldigen Schlaf los und unternimm etwas mit deinem Kind. Sie lehren uns mit dem zu gehen, was gerade ist. Tust du es nicht, wird dein Leben zu einem Kampf.

#5 Genieß die Zeit - sie ist kurz und bald vorbei


Abschlussworte

Babys und Kinder sind wunderbare Lehrmeister. Sie lehren uns präsent zu sein, im Fluss zu bleiben und dass wir eben nicht alles wissen können. Nehmen wir diese kleinen Lebewesen als unsere Lehrmeister an, kann es eine wunderbare Reise werden. Wenn nicht, kann es auch eine wunderbare Reise werden, aber halt ein wenig anstrengender für beide Seiten.

Beide sind perfekte Wesen: die Eltern und die Babys - sie treffen sich im Hier und Jetzt, nicht in Erwartungen und Vorstellungen.


Free Your Mind and Free Your Body...


Free Your Self!



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