Free your mind!

... Urlaub vom Kopf....

Ich denke also bin ich.

Jeder kennt diesen Satz. Ich würde ihn für mich eher so formulieren: Ich denke, also leide ich.

Neulich war ich wieder verheddert in einem dichten Gestrüpp an unsinnigen Gedanken, Folgerungen und Bewertungen. Hauptakteur -wie so oft- ich. Ich war mal wieder nicht gut genug. Mein Gott wie oft muss ich da noch durch! Ein kleiner Anlass, ein Nebensatz reicht aus, um mich aus meiner Mitte direkt in dieses Gedankengestrüpp zu katapultieren. Ich glaube es sind Schlingpflanze, die sich leidenschaftlich um mich bemühen.

Anlass war dieses Mal eine Bemerkung einer Bekannten. Sie hat von einer gemeinsamen Freundin geschwärmt, wie toll diese nicht wäre.

Im ersten Moment habe ich noch gar nichts mitgekriegt, bin sitzen geblieben und hatte dazu nur zu sagen, dass ich sie auch toll fände, die gemeinsame Freundin. Doch in der darauffolgenden Stille, begann ich mich mit ihr zu vergleichen, fragte mich, warum die Bekannte das nicht über mich sagte, folgerte daraus, dass sie mich dann wohl nicht so toll fände. Ich verglich den Erfolg der Freundin (riesig) gegenüber meinen (überschaubar), stellte sie auf ein Podest (Sie ist sooo tolll!), stellte mich darunter (ich bin nicht so toll wie sie, sonst würde man ja auch über mich reden!).

Mein privater Folterknecht begann Fahrt aufzunehmen - Opus Dei ist nichts dagegen. Ich brauche keinen Bußgürtel und keine 5-schwänzige Handgeißel, ich habe meine Gedanken!

Wieso kannst du nicht so sein wie sie, wieso kriegst du das nicht hin?

Vielleicht will das Universum nicht, dass du das tust!

Du wirst doch nicht glauben, dass dein Freund mit so jemanden zusammen bleiben will?

Den letzten Tritt verpasse ich mir dann noch mit der logischen Konsequenz:

Aus dir wird nie etwas, du wirst allein enden, wahrscheinlich unter einer Brücke!

Na Bravo - Endresultat dieser Gedankenfolter: ich fühle mich Scheiße, wie das letzte Stück Dreck. Ich stelle alles in Frage, mich, mein Leben, meine Partnerschaft, meine Lebensberechtigung. Ich fühle einen Riesenschmerz und eine Riesenwut und schuld ist meine "böse" Mama (zum 100sten Mal - sorry Mama!), weil die ist nämlich schuld daran, dass ich wertlos bin. Ich bin ein armes, machtloses Opfer.


Und das alles warum?

Weil ich etwas darüber zu sagen habe und diese Geschichte glaube. Immer wieder glaube.


Ich habe nun beschlossen mich aus diesem internen SadoMaso Spiel herauszunehmen und wie ich so gerne sage: Ich stelle mich meinen fiesen Gedanken, Bewertungen, Vergleichen und Erwartungen nicht mehr zur Verfügung! Mir reichts! Sollen sie sich einen anderen suchen!


Ein hohes Maß an Aufmerksamkeit

Was bedeutet das in meiner Realität?

Ich habe beschlossen, wie schon E. Tolle empfiehlt: im Hier und Jetzt zu bleiben. Und meine Gedanken sind nicht im Hier und Jetzt, wenn ich mich bewerte, dann werte ich mich anhand meines aus Erfahrungen (=Geschichte) stammenden Wertesystem. Ich beziehe mich auf Geschichten aus der Vergangenheit. Diese wiederum verbinden mich wieder mit dem Schmerz aus der Vergangenheit, als ich mich allein und wertlos gefühlt habe. Aber heute und jetzt stimmt das gar nicht mehr. Also muss es doch nicht mehr her oder?


Ich habe also beschlossen alles, was dazu gehört mich mies zu machen, auf Gedankenebene zu stoppen, damit ich erst gar nicht in diesen unangenehmen Gefühlszustand der Wertlosigkeit eintauchen muss.


Alle Wertungen, Erwartungen, Schlussfolgerungen passieren auf der Gedankenebene. Sobald ich in Gedanken versinke, muss ich es nur noch merken und wieder zu mir kommen.

Das erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit.


Präsent bleiben

Im ersten Moment dachte ich, manno das wird anstrengend. Aber probieren kann man es ja. Also machte ich mich in voller Aufmerksamkeit auf den Weg zum Automechaniker. Normalerweise steigere ich mich schon rein, wie mühsam der Weg ist, spiele im Kopf das Einsteigen in die grindige U6 durch. Dass dann auf der Triesterstrasse die Fussgängerampeln immer so ewig brauchen, bis sie umspringen, ich eine gute Ampel-Zebrastreifen Route wählen muss und dass es hoffentlich nicht so windig ist.

Diesmal ließ ich diese "schauerlichen" Gedanken an die Zukunft los und ging zur U-Bahn. Es war eine sofortige Erleichterung in meinem Körper zu spüren, dass ich mir jetzt keine Sorgen um die Wegwahl machen muss. Meine Schultern entspannten sich spontan von selbst. Cool! Immer wenn ein Gedanke kam, dann lenkte ich meine Aufmerksamkeit auf meine Atmung (ich atme ein und wieder aus). Das ist das schnellste Mittel (für mich), um ins Hier und Jetzt zu kommen. Anstatt über weitere Details der Anfahrt nachzudenken, widmete ich mich der Stadt, die an mir vorbeizog. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass die Sonne schien. Ich wurde ruhig, die Anspannung welchen Weg ich gehen solle, war weggeblasen. Auf dem Weg zum Mechaniker nahm ich soviel wahr, was ich bisher so noch nie gesehen hatte. Und vor allem: ich kam ruhig und in meiner Mitte an.

Diese Erfahrung war wie Urlaub - Urlaub von meinem Verstand.

Herrlich. Ich versuche nun meine Aufmerksamkeit immer mehr im Hier und Jetzt zu halten.

Ich stoppe sinnlose, schmerzverursachende oder abwertende Gedanken, indem ich nicht mehr hinhöre, ihnen keine Kraft verleihe, für sie also nicht mehr zur Verfügung stehe.

Nicht falsch verstehen!

Ich schicke keine Gedanken weg, da bin ich sozial. Wenn wer kommen mag, dann kommt er eben. Aber ich messe ihnen keinen Wert mehr bei. Ich bleibe also detached. Aruna Ardagh hat das mal verglichen mit einem Papagei, der immer wieder denselben Quatsch sagt und dem schenken wir ja schließlich auch keinen Glauben.


Quality Time - mit dem Kopf

Aber was mache ich dann, wenn Entscheidungen anstehen? Oder wenn ich mir etwas überlegen muss? Dann schaffe ich mir Denk-Inseln oder Quality-Time für mein Denken. Ich setze mich bewusst hin und denke über das Problem, das mich beschäftigt nach. Dieser Akt ist bewusst und ich entscheide bewusst jetzt denken zu wollen. Ich bin kein Opfer meiner Kopfdramen, Erwartungen oder Wertungen. Ich denke aus einer neutralen Ausgangslage heraus und nicht im Affekt.


Ich habe beschlossen dieses Aufmerksamkeitstraining nun 1 Monat zu machen und zu schauen was sich verändert. Ich bin schon neugierig. Ich werde jeden Tag mit dem Vorsatz beginnen die Aufmerksamkeit so oft und lange wie möglich im Hier und Jetzt zu halten. Und dazu werde ich folgende "Hacks" anwenden.


"Hacks" um präsent zu bleiben

Um nun mein Leben in Präsenz zu führen (also in der Gegenwart) braucht es

1. Eine Intention: Ich bleibe den ganzen Tag im Hier und Jetzt.

2. Dafür stoppe ich: Meinen Gedanken, die ziellos, beleidigend, abwertend daherkommen Raum zu geben und Glauben zu schenken.


Hier nun die Liste an Dingen, die man tun kann, um den privaten Folterknecht zu stoppen:

#1 Entscheiden, dass ich die Gedanken nicht denken will, wenn das nicht geht.....

#2 Die Aufmerksamkeit auf den Atem lenken - Atmen tue ich im Hier und Jetzt und damit ist dieser Shift der Aufmerksamkeit eine Tür in die Gegenwart, oder....

#3 Die Aufmerksamkeit auf das lenken was ich gerade tue (ich schreibe einen Blog), oder/und.....

#4 Mit Neugierde wahrnehmen was gerade los ist. Neugierde eröffnet Räume und erlaubt spielerisch das Hier und Jetzt zu erfahren ohne Bewertung.

#5 Die Aufmerksamkeit auf einen Körperteil lenken.

#6 Wenn die Gedanken besonders hartnäckig und diesmal wirklich, wirklich wahr sind: mich hinsetzen und die Sätze aufschreiben, die ich gerade von mir gebe. Dann sind sie draußen. Danach zurück zu Punkt 1.


Ich bin gespannt wohin die Reise geht, wer mitmachen will, kann das gerne tun. Am Montag gibt es dazu um 8:30-9:30 in der Praxis (online bei lockdown) und am Samstag um 9:30-10:15 online via Zoom ein Training.


Ich freue mich über Eure Erlebnisse oder Eure Tipps, um im Hier und Jetzt zu sein.


Free Your Mind and Free Your Body...


Free Your Self!


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Sandra Abheiter-Nistelberger

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