Ich mag nicht müssen!

....vom Müssen zum Wollen

Man muss....

Wir kennen es aus der Kindheit in der Schule. Man muss hingehen, dann muss man dort brav sein, dem Lehrer muss man zuhören und man muss mitarbeiten. Wenn man dann zu Hause ist, muss man die Hausaufgabe machen und dann erst darf man das tun, was man will. Außer man muss noch für eine Prüfung lernen, auf die Geschwister aufpassen, den Müll rausbringen oder zum Gitarrenunterricht.


Ich muss sagen, dass ich gerne in die Schule gegangen bin, aber dieser Gefühl von Zwang was ich alles tun muss, ist mir geblieben.

Und auch die Rebellion dagegen. Schon als kleines Kind hat alles in mir dagegen geschrien das zu tun, was man mir sagte. Ich wollte alles selber erleben und erforschen. Und bis ich das nicht erfahren habe, wollte ich anderen kein Wort glauben. Auf die Anweisung meiner Kindergärtnerin den aus Stühlen gebauten Parkour langsam zu bewältigen, gab ich nichts. Im Gegenteil es weckte in mir die Neugierde, was hinter dem offenbar verbotenen "schnellen Laufen" stand. Ich lief - nein ich flog über die Stühle. Natürlich stolperte ich und holte mir eine Narbe am Kinn, die mich heute noch ziert.


Ich bin lernfähig und wenn ich es mir erklären kann, folge ich auch manchmal einer Anweisung einfach so - widerstandslos. Aber sobald ich einen Zwang verspüre oder den Hintergrund nicht verstehe, dann gehe ich in Widerstand bis ich verstehe warum es so sein soll.

Der Widerstand ist anstrengend und kostet mich viel Energie und oft auch Zeit.


Aber er muss auch ein bisserl brav sein!(der Kaiser)


Wann kann ich endlich spielen gehen?

Ich merke es nicht nur bei mir, ich beobachte es auch bei vielen meiner Klienten. Oft tun wir Dinge, die wir eigentlich gerne tun mit dem Beigeschmack des Müssens.

Wenn ich 3 Dinge zu erledigen habe wie z.B.: einen Artikel schreiben, ein Kurs-Programm ausarbeiten und am nachmittag 3 Sitzungen geben, erwische ich mich dabei wie ich mir denke: "Oh mein Gott, heut muss ich aber viel machen." Es ist ein automatischer Gedanke, der mir aber das Gefühl gibt, dass all diese Agenden unglaublich hart und anstrengend sind, dass ich sie tun muss. Ich fühle einen Zwang oder einen Druck auf mir, den ich nicht will. Ich gehe in Widerstand. Plötzlich werden die Dinge, die ich tun "muss" lästig. Nur ein Gedanke daran, kann mich schon gelähmt und entkräftet, ob der schier unbewältigbaren Aufgaben, im Bett halten.

Erst, wenn sie fertig sind, kann ich spielen gehen und Spaß haben.

Womit impliziert ist, dass ich beim anderen keinen Spaß haben kann.

Wie absurd ist das denn? Denn ich mache alle drei Agenden gern. Ich liebe es zu schreiben, ich liebe es Kurse auszuarbeiten und ich liebe es mit meinen Klienten zu arbeiten.

Was also steckt dahinter?


Welcher Mechanismus setzt hier ein?

In mir ist aus der Kindheit offenbar folgendes hängen geblieben:

  • Alles was man tun muss, macht keinen Spaß. (Müll runtertragen, brav in der Schule sein = wahrlich keine "freudige" Angelegenheit.)

  • Erst nach erledigter Arbeit kann ich dem Frohsinn frönen.

Jede Tätigkeit wird offenbar unbewußt daraufhin geprüft, ob sie folgenden Kriterien beinhaltet:

a) ich muss sie tun

b) sie fühlen sich nach "Arbeit" an

c) es steckt eine Erwartung dahinter, dass ich es brav erfülle

d) es ist ein gewisser Druck da


Ist einer oder mehrer Punkte erfüllt, dann wir aus Dingen, die ich gerne mache "harte Arbeit".

Eine Freundin treffen, die sich erwartet mit mir bis um 4h in der früh lumpen zu gehen (ich bin um 11h bettfertig), fühlt sich dann ebenso anstrengend an, wie harte Arbeit im Steinbruch.

Der Druck einen Newsletter noch heute abzuschicken, vermiest mir die Freude am Schreiben.

Ein Termin zum Tennis, auf den ich mich eigentlich freue, wird plötzlich zu einem Marsch in die Folterkammer, weil ich um exakt 11h am Platz sein muss.

Der Mechanismus zieht sich also durch sämtliche Lebensbereiche.


Würde ich den Mechanismus in einer Gleichung darstellen wollen, würde er so aussehen:

Wenn die Agenda X die Faktoren (a,b,c,d) beinhalten = kein Spaß = Arbeit = Widerstand

a, b, c oder d ∈ X = kein Spass

a, b, c oder d ∉ X = X

Die Mathematiker mögen mir hier verzeihen, aber ich finde es sehr anschaulich - und ich war ein Mathe-Ass!


Was also tun?

Ich habe jedenfalls bemerkt, dank einer lieben Klientin mit ähnlich gearteten Problem, dass ich mir die Freude und den Spaß an der Sache selber nehme.

Stoppe ich meine alte Reaktion, meinen alten Denkmechanismus aus der Kindheit, sind die Agenden neutral und machen genau das was sie eben machen: manchmal Spaß, manchmal fordern sie uns und manchmal sind sie lästig (Stichwort Müll).


Kein Mensch muss müssen. (Gotthold Ephraim Lessing)

Was braucht es, um aus dem Müssen rauszukommen?

Wir "müssen" wissen, in welchen Situationen wir glauben etwas tun zu müssen.

Wir "müssen" unsere Reaktion, die automatisch und unbewusst abläuft, in diesen Situationen kennenlernen und sie uns damit ins Bewusstsein holen. Wenn ich weiß, wie ich ticke, kann ich etwas verändern.

Dann können wir rauskommen aus dem Müssen. Am Besten indem wir den Körper zu Hilfe nehmen.


Anleitung: 4 Hacks um aus den Müssen rauszukommen

#1 Die Muss-Situationen sammeln, indem ich meine Aufmerksamkeit darauf richte, wann aus einem Wollen oder neutralen Sein plötzlich ein Müssen wird." Ah, da "muss" ich ja schon wieder!"

#2 Die eigene Reaktion kennenlernen, indem ich sie beschreibe:" Ich verliere die Lust, ich werde müde, ich schiebe es raus, ich beschwere mich, dass ich das tun muss, ich verliere meine Klarheit, ich werde sehr ernst, ich mache es unter Anstrengung fertig, ich fühle mich überfordert und gezwungen - es gibt keinen Ausweg."

Indem man beschreibt wie man wird, was man tut, wie man denkt und was man fühlt, kann man in der Situation, dann immer besser erkennen, dass man gerade in seinem Muster "aus wollen ein Müssen machen" steckt.

#3 Den Körper zur Hilfe nehmen: Jede Reaktion hat seinen körperlichen Ausdruck. Also spüre im Körper, wie es sich anfühlt zu müssen, die Lust zu verlieren usw. "Ich werde lethargisch, meine Augen werden schwer, ich atme flach, meine Beine sind überkreuzt und angespannt, ich beiße die Zähne zusammen."

#4 Intensiviere nun die körperliche Reaktion, lerne sie gut kennen, oft kommt dann auch die dazugehörige Stimmung und die Emotionen dazu. Dann nimm einen tiefen Atemzug und lass alle Anstrengungen los.

Atme weiter tief und voll. Spüre deinen Körper, spüre wie Anstrengung abfällt (weil du ja nimmer müssen musst) und spüre wie Klarheit und Energie zurückkommen. Genieße dieses Körpergefühl.

Wenn du jetzt nochmal in die Situation reinspürst und nicht darauf reagierst, wirst du merken, dass du nichts musst, aber alles tun kannst.


Je öfter du diese Abfolge machst, desto mehr erinnert sich der Körper daran, wie fein es ist, frei zu sein. Frei von dem alten Mechanismus des Müssens.


Was hab ich davon?

Du erledigst deine Agenden in Zukunft ohne großes Tamtam, ohne Drama, ohne Widerstand, aber vielleicht mit mehr Freude.

....und sollte das nicht klappen, dann machst du dir einfach einen Termin mit mir aus und wir gehen deinem "Müssen" gemeinsam auf den Grund!



Free Your Body!



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Sandra Abheiter-Nistelberger

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