Selbstwert

....von der Kunst sich selbst nicht zu bewerten.

Ich wär gern die, die ich bin.

Doch manchmal bin ich mittendrin,

die Rollen zu spielen, die andere mir geben

und nach deren Wünschen gestalte ich mein Leben.

Bin die brave Mama, die kleine Schwester und die Ehefrau,

die Tochter, die Streberin und die taffe Architektin am Bau!

Bin witzig, unpünktlich und vergesslich,

kompetent, kritisch und doch verlässlich.

Ich wüßt' gern wer ich wär,

spielt' ich keine Rollen mehr.

Bin ich dann einfach ich in meiner Perfektion?

Ich denke schon!

Ich wär gern die, die ich bin,

ganz bei mir und mittendrin!

Gedichtet, 22.12.2013


Der Selbstwert

Die letzten Wochen haben viel in mir bewirkt. Die Zeiten der Einkehr, der fehlenden Außenwahrnehmung hat mir für eine Zeit die Spiegelung im Außen genommen. Ich habe kein Feedback gehört, keine Reaktionen auf mich und meine Arbeit wahrgenommen (außerhalb meiner direkten Arbeit) und tja was soll ich sagen - es war herrlich befreiend.

Es war als wäre ich endlich angekommen, als hätte ich endlich den Boden erreicht. Wie, wenn man taucht und nicht und nicht den Boden erreicht und dann plötzlich - irgendwann berührt man ihn.

Ich habe von Quellen der Kreativität getrunken, war umhüllt von Zufriedenheit, alles rundherum war nicht relevant. Es war mir egal was wer anderer sagen könnte, egal wie das was ich tue rüberkommt - mit einem Wort herrlich befreit. Ich habe einfach nur mich, mein Sein, Tun und Denken ausgedrückt. Meine Seele hat gejubelt!

Aber genauso wie beim Tauchen, tauchte auch ich wieder auf aus meiner herrlichen Ich - Blase und stand wieder mitten im Leben und fand mich mit den Wertungen des Außen konfrontiert.

Wertungen des Außen

Aber halt stop - so stimmt das nicht.

Ich fand mich mit den Wertungen des Außen und meinen Folgerungen dazu konfrontiert.

Es mag schon sein, dass das Außen in Form der Gesellschaft, in Form von Gesetzen und Regelungen und in Form anderer Menschen wertet, aber wie ich damit umgehe ist immer noch meine Sache. Und meine Königsdiziplin ist das Vergleichen und leider - ich steige meistens nicht gut aus.

Alles was sich im Außen tut wird von mir beobachtet und sofort mit mir und meinem Selbstwert abgeglichen. Es passiert so schnell, ein Wimpernschlag, und schon bin ich mittendrin in Neid, Ärger, Wut und letztendlich dem Gefühl nichts wert zu sein. Jedenfalls nicht so wie ich bin.

Und dagegen kann ich nichts tun - hoffnungslos, denn ich bin ja eben die, die ich bin.

Aber ich habe etwas gelernt in meiner coronalen Lehrzeit: Um für mich wertvoll zu sein, brauche ich niemanden im Außen, der diesen Wert bestätigt oder validiert. Es ist nett, es ist wie ein Goody, das man extra bekommt, aber mein Leben, mein Sein und auch meine Glückseligkeit hängt nicht davon ab.

Klingt doch super, dass ich das jetzt mal weiß.

ABER: Es haut mich trotzdem noch aus der Bahn, wenn ich das Gefühl habe als nicht wertvoll bewertet zu werden. Also was kann ich tun, um diese Wissen in mein Sein zu verankern?


Ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit

Aus der Vergangenheit können wir lernen wo wir die Schlussfolgerung gezogen haben nichts wert zu sein und damit die Verbindung zu unseren Selbstwert langsam verloren haben. Im Laufe unseres Lebens haben sich dann Erfahrungen dazugereiht, die dieses Selbstbild dann immer wieder bestätigt haben, bis wir irgendwann daran geglaubt haben: "Es ist so - ich bin nichts wert!" Auf der Suche nach unserem Wert haben wir Rollen eingenommen: waren besonder lieb, besonders arm oder besonders schrecklich. Das hatte wenigstens einen Wert. Und irgendwann haben wir auch den Rollen geglaubt, dass das tatsächlich wir sind. Die Verbindung zu unserem wahren - WERTVOLLEN ICH wurde noch dünner.

Solange ich den Erfahrungen aus der Vergangenheit von Kindheit bis jetzt, meiner Geschichte über mich und den Projektion anderer auf mich Glauben und damit Macht schenke, werde ich weiterhin daran glauben nichts wert zu sein. Und das in aller Sturheit und Vehemenz! Ich habe schließlich Beweise: Welche Mama lasst ihr Kind einfach so zurück? Weil ich nichts wert bin! Welche Freundin lasst einen so von heute auf morgen stehen? Weil ich nichts wert bin! Warum habe ich keinen Partner? Weil ich nicht wert bin! Warum verdiene ich nichts? Weil ich nichts wert bin! Die Liste könnte nun lange weitergehen. Die Essenz ist die, dass wir als Kinder aus irgendeinem Anlass gefolgert haben, dass wir nichts wert sind und in der Gegenwart reagieren wir wie damals mit derselben Schlussfolgerung. Dabei ist sie oft gar nicht wahr. Aber darum geht es nicht, der Schmerz von früher ist noch da, als wir das erste Mal merkten, dass wir als die Person, die wir sind, plötzlich nicht gefragt sind oder gar in Ungnade fallen.

Oft kommt dieses Gefühl auch von den Eltern oder Großeltern, die etwas Schreckliches erlebt haben, die im KZ waren und dort tatsächlich als wertlos behandelt wurden. Egal wie wir es gelernt haben uns wertlos zu fühlen, es pickt an uns wie Pech und Schwefel.

Und das Außen schenkt uns bis heute noch Situationen, die unsere Einschätzung der Wertlosigkeit validiert. Solange bis wir endlich aufwachen und mal sagen - mir reichts - ich steig aus!


Das Ziel

Das Ziel ist also nicht, dass wir lernen unseren Selbstwert anzukurbeln, indem wir lernen besser zu sein, noch klüger und schneller oder, dass wir lernen Erwartungen zu erfüllen und härter zu arbeiten. Nein - weit gefehlt.

Das Ziel ist es, dass wir lernen, dass all das genau nichts bedeutet.

Wir müssen lernen, dass Lob und Kritik von anderen Menschen interessant sind, aber nichts mit unserem Wesen und damit unserem Selbstwert zu tun hat.

Wir müssen lernen, dass Vergleiche mit anderen entweder einer kurzen Befriedigung dienen oder einem Schmerz - denn im Vergleich gibt es immer einen Gewinner auf Kosten eines Verlierers.

Wir müssen lernen aus dem Wertsystem auszusteigen. Aus der Bewertung unseres Ichs durch uns, die Gesellschaft oder anderer.

Der Selbstwert hat also eigentlich keinen Wert, wenn man sich seines Wertes bewusst ist.


Und wie soll das gehen?

Es geht, denn in guten Momenten haben wir alle die Verbindung zu unserer Essenz und sind uns sehr wohl unseres Selbstwertes bewusst. Dann kommt ein Kommentar von außen und Bäääämmmm - draußen bin ich - ich fühl mich Scheiße und mag nicht mehr ich sein.

Erwischen wir also den Moment, in dem es uns aus der Bahn wirft, dann können wir anstatt ins Grübeln zu gehen "wieso wir schon wieder nicht genügen" und "wie arm wir doch seien" blabla, mal den alten Schmerz Raum geben und ihn spüren.

Erlauben wir den Schmerz ohne in eine Reaktion zu gehen wie Selbstmitleid, Kampf gegen das hässlich Wertlos -Gefühl, zornig auf andere werden, weil die ja Schuld sind, dass wir uns jetzt so wertlos fühlen, dann kann der Schmerz sich endlich transformieren.

Dann können wir auch endlich die Realität sehen, das was wir bereits geschaffen haben und geschafft haben. Das wir unendlich wertvoll sind, aber auch, dass Wert nichts mit Können, Wissen oder Haben zu tun hat. Denn auch wenn wir nichts können, wissen oder haben, haben wir doch einen Wert.


Ich rieche Freiheit

Erlaube ich also den Schmerz, lehne ab, dass jegliche Aktionen und Interaktionen im Außen etwas mit meinem Wert an sich zu tun haben, dann tangiert mich weder eine Bewertung noch ein Vergleich. Ich brauche keine Person, die mich lobt. Ich brauche keine Person, die mich liebt, damit ich meinen Wert durch sie fühlen kann. Ich brauche keinen Spiegel im Außen durch den ich mich sehen und spüren kann. Ich spüre mich selber. Als die Person, die ich bin. Und auch ich muss niemanden abwerten, damit ich mich besser fühle. Bedürftigkeit und Mangel lösen sich auf.

Ich bin ich.

Und alles andere sind Geschenke in meinem Leben.



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Sandra Abheiter-Nistelberger

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