Wenn du in einem Muster steckst

... die wichtigsten Merkmale

Jeder Mensch war irgendwann in seinem Leben einer Situation ausgesetzt, die er nicht bewältigen konnte. Daraufhin hat er einen Schutz-Mechanismus entwickelt. Dieser erfolgt als Flucht-, Kampf- oder Erstarrungsreaktion. Wir nennen diese Reaktion Muster. Sie wird durch eine Person, eine Situation, eine Emotion oder einen Umstand ausgelöst und läuft unbewusst und automatisch ab. Holen wir dieses Reaktions-Muster ins Bewusstsein und beenden damit den unbewussten Automatismus, kann man heute lernen mit ähnlichen Situationen umzugehen - ohne Flucht, Kampf oder Erstarrung.

In diesem Blog fasse ich die wichtigsten Merkmale zusammen, sodass man erkennen kann, ob man gerade in einem Muster - einer Schutzreaktion - steckt.


Verlust der Klarheit

In einer klassischen Schutzreaktion halten wir den Atem an oder atmen flach. Damit wird das Hirn nicht mehr mit dem nötigen Sauerstoff versorgt und wir werden unklar. In diesem Zustand sind wir nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen oder in aller Klarheit zu sehen, was gerade wirklich los ist. Die Realität wird interpretiert und nicht erfahren, als das was sie ist. Sofern nicht dissoziiert wird, ist eine Gedanken-Flucht in Zukunft und Vergangenheit möglich. Oder es wird ein Sündenbock gesucht.

Der Verlust der Klarheit wird unterschiedlich wahrgenommen

  • Gefühl der Leere im Kopf - kein Zugriff auf Wissen

  • Jagende Gedanken, die sich abwechseln

  • Ein monotoner Gedanke, der sich ständig wiederholt

  • Gefühl des Nebels im Kopf, alles wird diffus

Sofortmaßnahme: Atmen


Verlust der Leichtigkeit - Ernsthaftigkeit - "Es geht um Leben und Tod!"

Für viele hat sich eine überfordernde Situation angefühlt als ginge es um Leben und Tod. Die Angst dahinter lässt keinen Raum für Leichtigkeit oder gar Lebensfreude. Daher sind wir, wenn wir in einem Muster stecken oft unglaublich ernst. Wir versuchen dann andere zu überzeugen, wie schlimm das jetzt wirklich ist, dass man den schlechten Tisch im Lokal bekommen hat, der Chef keine Anerkennung zeigt oder das Kind nicht folgt.

Jegliche Verbindung zu Leichtigkeit ist verloren. Es ist ernst und es geht wirklich um etwas. "Das kannst du nicht verstehen!"

Körperlich drückt sich das vor allem in einem zusammengebissenen Kiefer aus, aber auch in einer generellen Härte. Der Körper ist nicht mehr weich, sondern unter einer harten Anspannung.


Sofortmaßnahme: Atmen, Körper entspannen und "erweichen"


Verlust der sozialen Zugewandtheit

Dein Partner, dein Kind und sogar dein bester Freund werden zum Feind, wenn sie dich triggern.

Sie sind nicht mehr deine Gefährten, die dein Bestes wollen und dich unterstützen. Sie stellen eine Gefahr dar, sind deine Gegner, die dir nur Böses wollen. Deswegen musst du sie abwehren oder strafen, indem du sie...

  • ignorierst

  • beschimpfst

  • beschuldigst

  • demütigst

  • deiner Liebe/Freundschaft entziehst

Rache und Blutrausch sind/waren aus meiner Sicht Folgen eines Triggers. Der Schmerz, die Demütigung, die Entehrung war so groß, dass sie nicht mehr bewältigbar waren. Umso wichtiger ist es den Umgang mit tiefen Verletzungen, Schmerz und Traumas zu lernen, damit Frieden auf Erden herrscht und keine sinnlosen (Klein)Kriege stattfinden müssen.

Körperlich äußert sich der Verlust der sozialen Zugewandtheit in einer abgewandten, verschlossenen Körperhaltung. Der Blick, der töten könnte, ist starr und fixiert. Wir befinden uns in einem Zustand der Alarmbereitschaft, die durch eine angespannte Körperhaltung und extrem wache Sinne gekennzeichnet ist. Die Welt ist feindlich.


Sofortmaßnahme: Blick defokussieren, Atmen, offene Körperhaltung einnehmen


Verlust der Neugierde

Fühle ich mich gerade bedroht oder befinde ich mich in einer prekären Situation, bin ich nicht aufgeschlossen und neugierig. Ich will nur wissen wann ich wo kämpfen soll oder wie ich am Besten flüchten kann. Alles andere ist uninteressant.

Hier gibt es keine Diskussion, keine neuen Wege, keine Möglichkeiten. Es gibt nur einen Ausgang und der ist unerfreulich.

Kreativität ist dann ebenso keine Option.

Im Körper ist fehlende Neugierde in Form von Schlaffheit und Spannungslosigkeit spürbar. Die Bewegungen sind routiniert, ohne Abwechslung. Der Blick ist eher auf den Boden gerichtet als auf den Horizont und in die Weite.


Sofortmaßnahme: Blick auf den Horizont lenken, Routinen brechen: mal mit links Zähneputzen, verschiedene Geh-arten ausprobieren.


Rechthaberei und Sturheit - Verlust der Offenheit

In einer Schutzreaktion, ist man nicht offen für andere Meinungen. Es ist gerade brandgefährlich und da wird nicht diskutiert, ob eine andere Meinung eventuell zählt. Als Betroffener kennt man die Situation ganz genau, weiß was sie für Konsequenzen hat(te) und wie man sich zu verhalten hat.

Niemand kann einem dann erklären, was jetzt eventuell wirklich gerade abläuft oder dass es andere Möglichkeiten gibt. Das ist wurscht. "Ich habe Recht - ich weiß Bescheid!"

Diese Rechthaberei grenzt manchmal schon an Fatalismus. Leider kennen wir dies am Beispiel von Fussballfans, bei politischen Ausrichtungen oder Glaubensgemeinschaften. Also Achtung vor der "einzigen" Wahrheit, die nichts anderes gelten lässt.

Körperlich drückt sich Sturheit im Hals, Stirn und Kiefer aus (Sturschädel), der Körper ist rigid und nicht so beweglich.


Sofortmaßnahme: Alle Gelenke durchlockern, Nacken kreisen, Kiefer lockern, Stirn entspannen.

Zusammenfassung

Dies sind die gängigsten Merkmale. Natürlich gibt es noch andere, die hier nicht erwähnt sind und manche überschneiden sich. Hier geht es nicht um Vollständigkeit, sondern darum ein paar typische Merkmale aufzuzeigen. Erkennst du sie an dir, dann kannst du ziemlich sicher sein, dass du gerade in einer alten automatischen Schutzreaktion steckst. Mit der Aufmerksamkeit auf die Merkmale, werden sie vom Unbewussten ins Bewusste gebracht. Und was man kennt, kann man verändern. Der Automatismus wird zur freien Entscheidung.


Free Your Self!



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