Erwartungen

... auf was wartest du noch? ...

Auf was wartest du?

Auf einen erfüllenden Job? Einen Mann, der dir die Wünschen von den Augen abliest? Ein Kind, das brav und artig ist und gut in der Schule? Ein PC, der immer funktioniert?

Da kannst du lange warten!

Denn die Realität denkt gar nicht daran dir alle deine Erwartungen zu erfüllen.

Ich habe erwartet, dass alle Mamas ihre Kinder lieben und gerne um sich haben. Die Realität hat mir aber etwas anderes gezeigt. Meine Mama war weg, als ich 12 Jahre alt war.

Genauso habe ich nun im Erwachsenen-Alter erwartet, dass mein Kind mich liebt und gerne bei mir ist. Nochmal denkste - er ist verdammt gern bei seinem Papa und nützt jede Ausrede um länger dort zu bleiben.

"Warum nur warum!" habe ich dann gegrübelt "ist das so?" Ich habe begonnen mich zu vergleichen: "Alle anderen Kinder werden von ihrer Mama geliebt!" und: "Alle anderen Kinder sind gerne bei ihrer Mama."

Das löst ein Gefühl von Scham in mir aus. Für mich ist es überaus beschämend, wenn das eigene Kind, die eigene Mutter=mich nicht will. Was denken dann die anderen? Da muss ja jeder glauben, dass ich nicht liebenswert bin. Aber in Wahrheit glaube ich über mich, dass ich nicht liebenswert bin.

Diese Schlussfolgerung habe ich mir leider aus der Kindheit mitgenommen. Ich konnte damals nicht sehen, dass meine Mutter andere Sorgen hatte.


Schlussfolgerungen aus der Kindheit beeinflussen unsere Erwartungen

Damals folgerte ich, dass ich scheinbar so komisch oder unangenehm bin, dass selbst eine Mama, die ja normalerweise ihr Kind liebt, nicht auf meine Gesellschaft wert legt. Die nächste Schlussfolgerung war dann: wenn sie mich nicht bei sich haben will, liebt sie mich nicht. Perfekte Ausgangslage für ein Leben im Struggle mit dem Selbstwert. Mal bin ich toll, mal wieder nicht. Damn it!

Was aber in Wahrheit passiert, ist ein Kampf zwischen Erwartungen und der Realität.

Erwartung: Jede Mama liebt ihr Kind und mag es um sich haben.

Realität: Nicht jede Mama ist gerne ständig von seinem Kind umgeben.

Glaubt man aber, dass die Erwartung wahr ist und es zwingend so sein muss, fühlt man sich betrogen, wenn die Realität sie nicht erfüllt. Ich kämpfe also gegen das an was ist.


Darf man keine Erwartungen mehr haben?

Diese Frage stellen mir meine Klient*innen häufig, wenn ich das Thema Erwartungen anschneide.

Natürlich darf man Erwartungen haben, ans Leben, an andere Menschen, aber bitte nicht böse sein, wenn sie diese nicht erfüllen.

Die Erwartungen, die wir meist alle haben, sind nicht frei. Sie sind an Folgerungen oder Bedingungen gebunden.

"Ich erwarte mir, dass du weißt, was ich mir wünsche, weil wenn du das nicht tust, dann folgere ich daraus, dass du mich nicht genug liebst." Die Folgerung stammt aus einer Erfahrung aus der Kindheit - heute hat sie keine Berechtigung mehr, aber leider noch die Macht über uns.

"Ich erwarte mir, dass du mir zuhörst, wenn ich etwas erzähle, weil tust du das nicht, dann folgere ich daraus, dass du dich nicht für mich interessierst." Die Folgerung stammt ebenfalls aus unserer Geschichte. Unsere Reaktion kann dann von überheblich: "das ist so ein Trottel!" bis hin zu gekränkt und gedemütigt führen: "niemand liebt mich, ich bin einfach nichts wert!".

Wären unsere Erwartungen also ohne Geschichte, dann müssen wir uns auch nicht weniger wert fühlen, wenn sie sich nicht erfüllen. Das kann ganz schön befreiend sein.

Nicht nur für uns! Auch für die anderen.


Die andere Seite

Denn wie geht es demjenigen, der dich dann scheinbar nicht liebt, weil er/sie nicht weiß was du dir wünscht oder erwartest?

Der fühlt sich schuldig, ohne wirklich zu wissen, worum es gerade geht. Oder ohne sich einer Schuld bewusst zu sein.

In Wahrheit wird er durch deine Reaktion, deine Enttäuschung, deine Verurteilung, deine Kränkung manipuliert, um was zu tun? Deine Erwartungen zu erfüllen.

Und nun zur anderen Seite:

Wie fühlst du dich denn, wenn du das Gefühl hast jemand erwartet etwas von dir? Was tust du dann?

Du erfüllst die Erwartung und bekommst Lob oder du erfüllst die Erwartung nicht und bekommst Schimpfe. Und was macht das mit deinem Selbstwert? Du genügst entweder oder nicht. Und dein Selbstwert und du, ihr seid damit ständig abhängig vom Außen.


Der Ausstieg

Gelingt es uns also aus dieser Spirale der Erwartungen gekoppelt an Bedingungen auszusteigen, können wir jedes Mal für uns entscheiden, ob wir eine Erwartung erfüllen wollen. Wir können auch entscheiden eine Erwartung zu haben, aber das Ergebnis offen zu lassen. Das Ergebnis neugierig abzuwarten, vielleicht erledigt jemand einen Auftrag einfach auf seine Art und Weise und es führt trotzdem zum Ziel. Vielleicht drückt jemand seine Liebe auf eine andere Art und Weise aus, als ständig brav alle Wünsche abzulesen und zu erfüllen. Neue Möglichkeiten tun sich auf.


Zusammenfassung

Hinter jeder Erwartung steckt eine Folgerung und ein alter Schmerz.

Erwartung: Wenn ich einen Chef habe, erwarte ich, dass er den Überblick behält, meine Arbeit sieht und anerkennt.

Folgerung: Sieht er sie nicht und erkennt nicht an was ich tue, bin ich nicht gut genug, bin ich eine Enttäuschung.

Schmerz: ich fühle mich als wertloser Looser und das tut weh.

Reaktion: Der Folgerung glauben: "Ich bin wirklich klein und dumm" (=sich kleiner machen) oder Empörung: "Der Chef ist ein Trottel und weiß gar nicht was er an mir hat!", "Ich bin so enttäuscht von ihm!"(=sich größer machen)


Was lernen wir aus den Situationen, in denen Erwartungen nicht erfüllt werden?

Was will mir diese Situation eigentlich zeigen? Sicher nicht, dass ich wertlos bin. Die Situation wiederholt sich, damit du nun mit den Fähigkeiten eines Erwachsenen damit umgehen kannst. Nicht aber, dass du in eine Opferrolle oder in eine Bewertung gehst. Die Situation fordert dich heraus den Schmerz von früher zu spüren. Das Schamgefühl, das Schuldgefühl, die Eifersucht, das Gefühl zu kurz zu kommen, unfair behandelt zu werden usw.

Zurück zum Beispiel von vorher: Nehme ich den Schmerz an mich wertlos zu fühlen und als Looser, anstatt darauf zu reagieren indem ich verurteile, bewerte oder an die Folgerung glaube nichts wert zu sein, dann kann sich der alte Schmerz aus der Kindheit transformieren. Er wird zuerst anerkannt, dann wahrgenommen und kann als Erwachsener noch einmal gespürt werden. Der Körper erlebt damit eine neue Erfahrung. Eine Erfahrung, dass die alte Überzeugung nicht stimmt und dass der Schmerz erlebbar ist und uns nicht umhaut. Als Kind war er wirklich übermächtig und groß, aber heute ist er das nicht mehr.

Wie würde dein Leben ohne Erwartungen aussehen und wie viele unerfüllte Erwartungen müsstest du dann noch erleben?

Try it out!


Das will ich lernen!

Wenn du lernen möchtest deine Erwartungen über Bord zu werfen und alte Schlussfolgerungen aufzugeben, um deine Energie für Sinnvolleres zu nutzen, dann kann ich dich gerne dabei unterstützen bei einem Lernprozess!

Du kannst dich aber auch für die 5 tägige Gratis - Selbstwertchallenge anmelden, bei der du einen täglichen Reminder bekommst, der deine Achtsamkeit auf das Thema Selbstwert lenkt und dir Tools in die Hand gibt dich davon zu lösen.

Oder du liest noch ein paar andere Blogs zu dem Thema wie etwa: Selbstwert und Es ist nie genug


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Sandra Abheiter-Nistelberger

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