Perfektion - ein Hilfsmittel zur Schmerzvermeidung

....aber mega anstrengend...

Perfektion als Schmerzvermeidungsmittel

Die Perfektion ist ein gutes Hilfsmittel, um Schmerz zu vermeiden.

Indem du alles perfekt machst, erleidest du keine Abwertung und bist keine Enttäuschung für andere.

Gelernt haben wir den Perfektionismus in der Kindheit, um zu vermeiden "Schimpfe" zu bekommen oder um gesehen zu werden wie toll wir sind oder wie wenig Sorgen man sich um uns machen muss. Die Geschichte dahinter ist bei jedem anders. Die Rolle des Perfektionisten hingegen dieselbe.

Die Rolle ist überaus anstrengend, verlangt sie doch Perfektion. Sie erlaubt keine Fehler, erfordert Ernsthaftigkeit, Strenge, Genauigkeit und Kontrolle. Sie kostet viel Energie, schenkt dir aber den Schutz vor der Enttäuschung, nicht gut genug zu sein.


Und ab und zu passiert es: es unterläuft ein Fehler – du bist nicht mehr perfekt.

Nun beginnt dein Kampf mit der Realität: du bist nicht perfekt – willst es aber sein. Du bist streng mit dir, zornig auf den, der die „Imperfektion“ deiner Rolle aufgedeckt hat. Der Kampf der Realität versus Rolle beginnt!


Gewinn und Verlust

Da die Rolle Kontrolle erfordert, musst du diese ständig halten - um jeden Preis!

Das bedeutet, dass die Fähigkeit der Hingabe zu kurz kommt oder manchmal auch gar keinen Raum bekommt. Auch die Leichtigkeit geht flöten und gibt der Strenge seinen Platz. Der Strenge mit dir, dass du - was auch immer - perfekt machst!

Du verlierst dabei auch einen gewaltigen Anteil an Humor und Lebensfreude, denn ein großer Anteil an Ernsthaftigkeit steckt dahinter. Und oft verliert man dadurch Freunde, weil man meist die Perfektion auch von anderen erwartet.

Natürlich gewinnst du auch etwas dabei, nämlich den Schutz davor wieder in eine Situation zu kommen, in der du entweder brüskiert wirst oder bewertet wirst.

Dein Streben nach Perfektion hat dir auch Gutes gebracht. Nämlich Dinge mit Ausdauer und Präzision zu erledigen. Jede Rolle, jedes Muster hat auch ein Potential. Wird es jedoch nur noch oder im Übermass genutzt und gelebt, dann greift es nach unserer Lebensfreude, unserer Lebensqualität und unserem Selbstwert. Erfüllst du die Rolle, wirst du kaum etwas Unangenehmes in deinem Leben bemerken - du bist in Sicherheit. Aber wehe du kannst die Perfektion nicht erfüllen, dann kommen deine Schatten ans Licht, wie Ungeheuer aus dem Dunkeln.


Das Ungeheuer in dir

Manchmal ist es die Vergesslichkeit, die unserer Perfektion ein Bein stellt, ein anderes Mal zu wenig Kontrolle, weil man sich halt doch auch einmal auf etwas verlassen hat.

Der Auslöser ist aber irrelevant, denn das was dann zu Tage tritt, ist dann dein gefürchtetster Schatten, das Ungeheuer in dir, das du stets zu verstecken suchst: dein NICHT-PERFEKTES-ICH.

Oh Gott - wie hässlich es doch ist, wie beschämend, wie klein, wie dumm, wie unfähig, wie unzuverlässig, wie selbstsüchtig!

Genau dieses ICH hast du in der Kindheit gezeigt und darauf als Antwort ein dickes fettes - ABGELEHNT bekommen. Es hat dich damals tief getroffen, dir gezeigt, dass du so wie du warst nicht okay warst. Als Kind konntest du deine Handlungen noch nicht von deinem Sein trennen. Also auch, wenn du etwas nicht richtig, falsch, hässlich (eine Zeichnung in der Schule) gemacht hast, hat das Kind in dir das auf sich bezogen. Auf sein SEIN.

Du hast damals verstanden, dass das was du tust, wie du tust und wer du bist nicht in Ordnung ist. Das Monster musste versteckt werden, tief in dir. Dein Zorniges Ich, dein schlampiges Ich, dein hässlich zeichnendes Ich und viele andere Ichs.

Meet your dark side!

Heute bekommen wir immer wieder vom Leben Einladungen unsere kleinen Ungeheuer zu befreien und unsere verschiedenen Ichs ans Licht kommen zu lassen.

Warum unsere Perfektion also manchmal in sich zusammenbricht, ist nicht weil wir zu wenig Kontrolle hatten, zuwenig aufgepasst haben oder sonstwas zuwenig gemacht haben oder waren. Sie bekommt Risse, damit wir die Ungeheuer durch die Risse in unserer Fassade sehen können. Und sehen alleine reicht natürlich nicht. Sie wollen gesehen, gefühlt und angenommen werden:

Ja, ich bin auch schlampig!

Ja, ich bin auch unzuverlässig!

Ja, ich weiß auch manchmal nicht worum es geht!

Dir zuzugestehen, dass du auch diese Anteile in dir trägst und du alles und nichts zugleich bist, kann eine Erlösung sein für dein Ich und dein Verhalten im Zusammenhang mit anderen Menschen.

Doch was hält uns davon ab?


Der Schmerz vor dem wir uns schützen müssen

Der alte Schmerz, den wir als Kinder erlebt haben, die Demütigung, die Wut, die Verzweiflung hält uns ab uns zu erlauben alles unsere Facetten haben und leben zu dürfen. Zu tief sitzt die Verletzung. Das Schutzschild der Perfektion kann nicht einfach so fallen gelassen werden. Aber vielleicht können wir es tauschen. Tauschen gegen eine Erfahrung, dass der alte Schmerz vielleicht gar nicht so groß ist? Uns nur groß erscheint, weil wir damals so klein waren? Oder tatsächlich so groß war, aber er vorbei ist?

Diese Erfahrung kann man am Besten im Körper machen. Der Körper speichert alle Erinnerungen und weiß alles. Aber anders als der Verstand, kann er alte Energien transformieren, indem er sie los lässt.

Also erinnere dich an das Gefühl der Verzweiflung, dass dich trifft, wenn du in deiner Perfektion versagt hast. Spüre nun dazu wie dein Körper reagiert, wo er anspannt und wo er hält, wie er sein Schutzschild aufbaut. Dann lass diese Anstrengungen im Körper los und atme tief und voll für ein paar Atemzüge. Du hast nun diese alte Energie losgelassen. Du hast aufgehört diese Energien zu blockieren, indem du sie hältst und sie wieder "fließen" lassen.


Verletzlichkeit

Nun hast du einen Teil deines Schutzmechanismus' losgelassen. Und was nun? Jetzt bist du verletzlich, so wie wir es letztlich alle sind, ob wir uns nun hinter einer Rolle verstecken oder nicht.

Du bist authentisch und in Verbindung mit deinem Schmerz und deinen Gefühlen - den positiven wie den negativen. Je öfter du ja zu dir sagst, desto stärker wird dein Selbstbewusstsein und deine Verbindung zu dir! Sagst du dir auch hier: Ja ich bin verletzt! Dann kannst du aus diesem ja zu dir, deine neue Handlung schöpfen: zu sagen "das ist okay" oder "nein - das will ich nicht". Du bist der Schöpfer deines Lebens und nur du kannst für dich sorgen.

Du musst deine Perfektion nicht aufgeben, aber wisse, dass du perfekt bist auch ohne Perfektion.

Soll ich es wagen, 
mich zu bewegen aus meinen Gehegen? 
Ja ich will es wagen - von heute an an allen Tagen!

Falls du die oben beschriebene Anleitung machen möchtest, kannst du dir hier gratis die FYB- Anleitung zur Perfektion runterladen.

FYB_Anleitung_Perfektion
.pdf
Download PDF • 120KB



Wenn du lernen möchtest deine Schutzmechanismen aufzugeben, um deinen Energie für Sinnvolleres zu nutzen, dann kannst du gerne einen Lern-Prozess mit mir starten!


Andere Blogs zu dem Thema sind: Selbstwert und Es ist nie genug


Free Your Body!


Hier gehts zu den Angeboten


#Perfektion #Freeyourbody #Schutzschild #Schutzmechanismus #PraxisIntensivLeben #Monatschallenge #Einzelsitzungen #Lernprozess #GrinbergMethode #thelifechangeteacher

Newsletter abonnieren

Sandra Abheiter-Nistelberger

0699-17755500 | sasa@freeyourbody.at

1060 Wien, Fügergasse 7